
Von Gläsendorf nach Szklary
Abschlussfilm von Andreas Preisner, 2005, 60. Min.
3.5.2007 im RBB
Eine schlesische Spurensuche: Mit seinem als Kind vertriebenen Vater reiste der Filmemacher in dessen ehemalige Heimat. Wie fühlten sich die Polen, die die Höfe nach dem Krieg besiedelten? Welche Probleme beschäftigen die alten und jungen Menschen dort heute? Die befreundete Nachbarin, deren Familie als einzige Deutsche nach der Vertreibung im Dorf blieb, lebt noch heute als Landwirtin auf ihrem Hof - mehr schlecht als recht.
Ihre polnischen Nachbarn waren ihrerseits als Umsiedler von den Sowjets aus Ostpolen vertrieben worden - eine Tatsache, die bis heute in Deutschland weitgehend unbekannt ist. Einfühlsam zeigen die Interviews die damalige Unsicherheit der Umsiedler, sich endgültig einzurichten und die Furcht der Einwohner, ihren neuen Lebensraum wieder verlassen zu müssen.
In den Interviews mit Schwerpunkt auf das knappe Jahr zwischen 1946 und 1947, als Deutsche und Polen zusammen lebten, werden die Erinnerungen an diese Übergangszeit wieder lebendig.